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Selbstschutz und Selbstverteidigung - Fragen und Antworten



Benötige ich spezielle Kleidung?
Normale Sportkleidung genügt erstmal. Allerdings empfehlen wir, sich einen Kampfsport-Anzug (egal ob für Judo, Karate, etc.) zuzulegen - spätestens, wenn Prüfungen abgelegt werden sollen, braucht Ihr einen weißen Kampfsportanzug. À propos Prüfungen…

Muss ich Prüfungen machen?
Ein klares Nein. Jeder darf Prüfungen ablegen, niemand aber muss. Prüfungen sind und bleiben freiwillig, schließlich setzen wir niemanden unter Druck. Allerdings ist es natürlich immer schön, wenn man selbst sieht, wie man sich weiterentwickelt hat. Und Erfolge spornen an, kontinuierlich weiter zu trainieren - insofern können wir Prüfungen nur empfehlen, gezwungen wird aber keiner. Das Trainerteam entscheidet, wer für eine Prüfung bereit ist. Grundsätzlich gilt, dass gerade bei Kindern weniger Prüfungen ratsam sind, denn je schneller sie jetzt vorankommen, desto länger müssen sie später warten, denn ab bestimmten Gürtelgraden gibt es Altersbegrenzungen. Wenn ein Sportler nicht zur Prüfung zugelassen wird, dann wird das durch das Trainerteam gut begründet; jedoch bedeutet das in diesem Fall nicht, dass ich im Training weniger kann als andere.

Wie oft wird geprüft?
Das hängt von den Fortschritten der Sportler ab. In der Regel sind maximal zwei Prüfungstermine pro Jahr ratsam; es können mehr oder auch weniger sein. Der Schwerpunkt des Trainings liegt aber nicht auf dem Ablegen einer Prüfung, sondern darauf, dass ich mich verteidigen kann. Wenn aber Prüfungen anstehen, dann bereiten wir jeden unserer Sportler individuell auf die Prüfung vor, sodass sie auch jeder besteht.

Benötige ich spezielle Ausrüstung?
Ja, allerdings nicht sofort. Am Anfang reicht es vollkommen, wenn man mit guter Laune, Sportsachen und einem Funken Motivation ins Training kommt. Mit steigendem Niveau wird später - je nach Gürtelgrad - eine spezielle Schutzausrüstung notwendig. Sinnvoll wäre es auch, sich eigene Pratzen zuzulegen. Aber auch das ist alles freiwillig, wer keine Schutzausrüstung möchte, der muss sich keine zulegen. Allerdings wird sie ab den höheren Gürtelgraden zur Prüfungsvoraussetzung.

Muss ich auf Turniere und Wettkämpfe?
Wieder nein, niemand muss - jeder kann. Bei uns gibt es ohnehin nur wenige Wettkämpfe im Jahr, und auch dazu wird niemand gezwungen.

Muss ich das Aufwärmtraining mitmachen?
Ja, ratsam wäre es. Denn das Aufwärmen trainiert den ganzen Körper, baut Kondition und Muskeln auf, macht beweglich. Außerdem bereitet es die Muskeln auf die kommenden Anstrengungen im Training vor und schützt so vor unnötigen Verletzungen. Allerdings: nicht jede Übung muss von jedem im gleichen Maße gemacht werden. Es gilt die Regel: wenn es beginnt zu schmerzen wird aufgehört. Dabei spielt es keine Rolle, ob Andere die Übung besser können, sich weiter vorbeugen oder besser verbiegen können - es gilt nur das eigene Können.

Kann ich Übungen ablehnen?
Natürlich. Gerade mit den Kindern üben wir immer mal wieder Situationen aus dem Alltag wie in-die-Ecke-drängen, berühren durch Fremde, bedrohlich aufeinander zugehen. Da ist es wichtig, Grenzen zu setzen - genau das wollen wir ja lernen - und manchmal wagt man diese Übung (noch) nicht. Dann darf man das ruhig sagen, der Trainer wird darauf eingehen. Schließlich wollen wir üben, NEIN sagen zu können - da wäre es fatal, im Training nicht darauf einzugehen. Die Erfahrung zeigt, dass die anfängliche Scheu schnell überwunden wird und das "Nein" dann umso deutlicher ausfällt.

Gibt es auch Waffen?
Ja, aber erst bei den weit Fortgeschrittenen. Ab einer gewissen Reife und Erfahrung üben wir auch mit Messern, Stöcken oder Pistolen. Bis dahin gibt es genug zu lernen mit anderen Techniken, die vielseitig und auch teilweise anspruchsvoll sind.

Warum gibt es so viele Techniken?
Unser SV-System hat viele Techniken, damit jeder Sportler sich daraus seinen eigenen Stil erarbeiten kann. Es gibt nicht die eine Technik, die jeder beherrschen soll. Der Sport gibt einem eine Menge Möglichkeiten an die Hand, damit man in Fall des Falles reagieren kann - und zwar so, wie es einem selbst entspricht, so, wie es einem selbst natürlich erscheint. Wichtig ist dabei nicht, dass ein "Griff 5c" korrekt ausgeführt wird, sondern dass man sich effektiv wehren kann. Schließlich steht im Ernstfall kein Schiedsrichter daneben, der die Abwehr bewertet. Da kommt es auf Effektivität an, nicht auf Schönheit oder Eleganz.